Ein kurzer Halt am Geldautomaten, Karte einstecken, PIN eingeben – und wenige Sekunden später sind die Kartendaten kopiert. Beim Skimming manipulieren Betrüger Geldautomaten oder Bezahlterminals, um Kartendaten auszulesen und häufig auch die PIN auszuspähen. Erfahren Sie, wie Skimming funktioniert, woran Sie manipulierte Geräte erkennen und wie Sie Ihre Karte und Ihr Geld besser schützen können.
Beim Skimming versuchen Betrüger, Kartendaten unbemerkt auszulesen und zu kopieren, um sie später für betrügerische Transaktionen zu missbrauchen. Besonders häufig sind Geldautomaten betroffen. Doch auch Bezahlterminals in Geschäften und an Tankstellen sowie Fahrkarten- oder Parkautomaten können manipuliert sein. Die Täter bringen dazu beispielsweise zusätzliche Lesegeräte am Kartenschlitz an. Diese sind oft so geschickt getarnt, dass sie kaum auffallen. Gleichzeitig versuchen die Betrüger, die PIN auszuspähen.
Ein typischer Skimming-Angriff läuft in drei Schritten ab:
Kartendaten erfassen: Ein zusätzliches Lesegerät zeichnet beim Einstecken der Karte Informationen vom Magnetstreifen auf.
PIN ausspähen: Eine versteckte Kamera oder ein manipulierter Tastaturaufsatz erfasst die eingegebene Geheimzahl.
Daten missbrauchen: Mit den gestohlenen Informationen versuchen Betrüger, gefälschte Karten einzusetzen oder unberechtigte Transaktionen vorzunehmen.
Oft bleibt der Angriff zunächst unbemerkt: Der Geldautomat funktioniert scheinbar ganz normal, die Originalkarte kann weiterhin verwendet werden und der Betrug fällt häufig erst durch eine unbekannte Transaktion auf.
Gut zu wissen: Moderne Chipkarten und kontaktlose Zahlungen erschweren klassisches Skimming deutlich.
Auf den ersten Blick sieht ein manipulierter Geldautomat oft völlig normal aus. Doch manchmal verraten kleine Details, dass etwas nicht stimmt. Ein kurzer Blick auf Kartenschlitz, Tastatur und Umgebung kann helfen, verdächtige Veränderungen zu erkennen.
Achten Sie besonders auf diese Warnzeichen:
Auffälliger Kartenschlitz: Wirkt der Schlitz ungewöhnlich dick, locker oder anders als gewohnt, könnte ein zusätzliches Lesegerät angebracht sein.
Manipulierte Tastatur: Eine ungewöhnlich hohe, schiefe oder schlecht befestigte Tastatur kann auf einen versteckten Aufsatz hindeuten.
Versteckte Kameras: Kleine Öffnungen oder ungewöhnliche Bauteile oberhalb der Tastatur können dazu dienen, Ihre PIN-Eingabe aufzuzeichnen.
Beschädigungen oder Klebereste: Kratzer, Klebstoff oder lose Abdeckungen können Hinweise auf nachträgliche Veränderungen sein.
Ungewöhnlicher Widerstand: Lässt sich die Karte nur schwer einführen oder bleibt sie unerwartet stecken, sollten Sie vorsichtig sein.
Auffällige Unterschiede: Sieht ein Automat anders aus als vergleichbare Geräte am selben Standort, lohnt sich ein genauerer Blick.
Wichtig: Nicht jede Manipulation ist von aussen erkennbar. Verdecken Sie deshalb bei jeder PIN-Eingabe die Tastatur mit der freien Hand.
Der Kartenschlitz wirkt ungewöhnlich, die Tastatur sitzt locker oder am Geldautomaten fallen verdächtige Veränderungen auf? Dann gilt: Gehen Sie kein Risiko ein und brechen Sie den Vorgang ab.
Anderen Automaten nutzen: Führen Sie Ihre Karte nicht ein und geben Sie keine PIN ein, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt.
Verdächtige Teile nicht berühren: Versuchen Sie nicht, mögliche Manipulationen selbst zu entfernen.
Betreiber informieren: Melden Sie auffällige Veränderungen der zuständigen Bank oder dem Betreiber des Automaten.
Karte bereits verwendet? Kontaktieren Sie umgehend Ihren Kartenanbieter, wenn Sie vermuten, dass Ihre Kartendaten oder PIN ausgespäht wurden. Klären Sie, ob die Karte vorsorglich gesperrt und ersetzt werden sollte.
Wichtig: Auch wenn die Bargeldabhebung problemlos funktioniert hat, bedeutet das nicht automatisch, dass der Geldautomat sicher war. Im Zweifel sollten Sie Ihre Karte schützen und den Verdacht abklären lassen.
Eine Bargeldabhebung, die Sie nie vorgenommen haben, oder eine unbekannte Kartenzahlung auf Ihrer Abrechnung? Solche Transaktionen können auf Skimming oder einen anderen Kartenmissbrauch hindeuten. Jetzt zählt vor allem eines: schnell zu reagieren, um weiteren Schaden zu verhindern.
Karte sofort sperren: Verhindern Sie, dass Betrüger weitere Zahlungen oder Bargeldabhebungen vornehmen können.
Bank oder Kartenanbieter kontaktieren: Melden Sie die unbekannten Transaktionen umgehend und lassen Sie den Verdacht auf Kartenmissbrauch prüfen.
Unberechtigte Belastungen reklamieren: Beanstanden Sie die betroffenen Transaktionen bei Ihrem Kartenanbieter und erkundigen Sie sich nach den Möglichkeiten einer Rückerstattung.
Beweise sichern: Bewahren Sie Kontoauszüge, Transaktionsdetails und Screenshots auf. Notieren Sie auch, wann und wo Sie Ihre Karte zuletzt verwendet haben.
Strafanzeige erstatten: Bei einem finanziellen Schaden sollten Sie den Vorfall auch der Polizei melden.
Gut zu wissen: Ob eine Rückerstattung möglich ist, hängt von den Umständen des Betrugsfalls und den geltenden Kartenbedingungen ab. Deshalb ist es wichtig, unbekannte Transaktionen möglichst schnell zu melden.
Skimming lässt sich nicht immer vollständig verhindern. Doch schon ein paar einfache Gewohnheiten beim Geldabheben und Bezahlen können das Risiko deutlich reduzieren.
PIN immer verdecken: Schützen Sie die Tastatur bei jeder Eingabe mit der freien Hand - auch wenn niemand in der Nähe steht. So erschweren Sie es versteckten Kameras, Ihre PIN aufzuzeichnen.
Kontaktlos bezahlen: Nutzen Sie wenn möglich die kontaktlose Bezahlfunktion Ihrer Karte oder eine mobile Wallet. So vermeiden Sie, dass Ihre Karte in einen möglicherweise manipulierten Kartenleser eingeführt werden muss.
Gut überwachte Geldautomaten bevorzugen: Nutzen Sie möglichst Automaten in Bankfilialen oder an gut beleuchteten, frequentierten Standorten.
Karte im Blick behalten: Geben Sie Ihre Karte beim Bezahlen möglichst nicht aus der Hand und achten Sie auf ungewöhnliche Vorgänge am Terminal.
Push-Mitteilungen aktivieren: Lassen Sie sich über Kartentransaktionen benachrichtigen. So fallen unbekannte Belastungen schneller auf.
Transaktionen regelmässig prüfen: Kontrollieren Sie Ihre Kartenumsätze auch dann, wenn beim Bezahlen oder Geldabheben alles normal funktioniert hat.
Swiss Bankers App nutzen: Mit der Swiss Bankers App können Sie Push-Mitteilungen aktivieren, Ihre Transaktionen prüfen und Geoblocking nutzen. Bei Verdacht auf Kartenmissbrauch können Sie über den Self-Service «Karte ersetzen» umgehend den Austausch Ihrer betroffenen Karte veranlassen.
Gut zu wissen: Moderne Chipkarten und kontaktlose Zahlungen bieten einen besseren Schutz gegen klassisches Skimming als die Nutzung des Magnetstreifens. Wachsamkeit bleibt dennoch wichtig.
Skimming ist besonders gefährlich, weil manipulierte Geldautomaten und Bezahlterminals oft völlig unauffällig aussehen. Doch schon einfache Vorsichtsmassnahmen können das Risiko deutlich reduzieren. Prüfen Sie das Kartenlesegerät, verdecken Sie Ihre PIN und behalten Sie Ihre Transaktionen im Blick. Kommt Ihnen etwas verdächtig vor, brechen Sie den Vorgang lieber ab. Oft reichen wenige Sekunden Aufmerksamkeit, um Ihre Kartendaten besser zu schützen.