Sie öffnen die Karten-App und stutzen: 29.90 Franken an einen Händler, von dem Sie noch nie gehört haben. Ein Abo, das Sie vergessen haben? Möglich. Oder hat jemand anderes mit Ihren Kartendaten eingekauft? Auf den ersten Blick lässt sich das oft nicht sagen. Manchmal dauert es sogar Wochen, bis ein Datenmissbrauch auffällt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, woran Sie einen möglichen Datenmissbrauch erkennen, wann Sie sofort handeln sollten und wie Sie Ihre persönlichen Daten im Alltag besser schützen können.
Die beiden Begriffe fallen oft im selben Satz, gemeint ist aber nicht dasselbe.
Beim Betrug geht es um Täuschung. Kriminelle versuchen, sich dadurch einen finanziellen oder anderen Vorteil zu verschaffen. Sie bezahlen beispielsweise eine gefälschte Rechnung, bestellen in einem Shop, der gar nicht liefert, oder geben Ihre Daten auf einer Website ein, die nur aussieht wie die Ihrer Bank.
Datenmissbrauch läuft anders. Hier werden Informationen über Sie ohne Ihr Wissen oder Ihre Zustimmung verwendet: ein Passwort, eine Kartennummer, die Kopie Ihres Ausweises. Damit lassen sich Konten übernehmen, Waren bestellen oder Verträge abschliessen, und zwar in Ihrem Namen. Sie müssen dafür niemandem auf den Leim gegangen sein.
In der Praxis greift beides ineinander. Wer an Ihre Kartendaten gelangt, kann damit unberechtigte Zahlungen tätigen. Aus dem Datenmissbrauch wird so schnell ein finanzieller Schaden. Zwingend ist das aber nicht. Gestohlene Daten liegen manchmal wochen- oder monatelang ungenutzt herum, bevor etwas passiert. Genau deshalb fällt der Diebstahl oft erst spät auf.
Wenn persönliche Daten in falsche Hände geraten, bleibt das oft zunächst unbemerkt. Vielleicht entdecken Sie eine unbekannte Zahlung, erhalten eine merkwürdige E-Mail oder einen Bestätigungscode, den Sie gar nicht angefordert haben. Solche Auffälligkeiten gehen im Alltag leicht unter.
Bei diesen Anzeichen sollten Sie genauer hinschauen:
Gefälschte Nachrichten können täuschend echt wirken. Teilweise stimmt sogar die angezeigte Telefonnummer oder der Absendername. Wie Betrüger solche Angaben manipulieren, erfahren Sie in unserem Beitrag «Spoofing erklärt: Arten, Warnzeichen und Schutzmassnahmen».
Nicht hinter jeder ungewöhnlichen Meldung steckt gleich ein Betrugsversuch. Trotzdem sollten Sie die Ursache klären, besonders wenn sich eine Zahlung oder Sicherheitsmeldung nicht erklären lässt. Im Zweifel kontaktieren Sie den jeweiligen Anbieter direkt.
Sie haben Ihre Kartendaten auf einer verdächtigen Website eingegeben oder entdecken eine unbekannte Abbuchung? Dann sollten Sie schnell handeln, um weiteren Schaden zu verhindern.
Das sollten Sie jetzt tun:
Karte sperren: Sind Ihre Kartendaten möglicherweise in falsche Hände geraten, sperren Sie die Karte. Bei Swiss Bankers können Sie dafür in der App die Funktion «Karte ersetzen» nutzen oder den Kundenservice kontaktieren.
Passwörter ändern: Sind Zugangsdaten betroffen, ändern Sie die entsprechenden Passwörter – auch bei anderen Diensten, falls Sie diese mehrfach verwenden.
Unbekannte Zahlungen melden: Informieren Sie Ihren Kartenanbieter über verdächtige Abbuchungen. Bei Swiss Bankers können Sie diese über das Beanstandungsformular melden. Beachten Sie die Meldefrist von 30 Tagen ab Transaktionsdatum.
Beweise sichern: Bewahren Sie verdächtige Nachrichten, Screenshots und Zahlungsbelege auf.
Anzeige erstatten: Wurden Ihre Daten für betrügerische Zahlungen oder andere Straftaten genutzt, wenden Sie sich an die Polizei.
Nur einen Link angeklickt? Wenn Sie keine Daten eingegeben und nichts heruntergeladen haben, ist nicht automatisch ein Schaden entstanden. Schliessen Sie die Seite und prüfen Sie, ob Ihr Gerät und der Browser aktuell sind.
Ausweiskopie betroffen? Melden Sie den Vorfall bei der Polizei oder einem Ausweiszentrum. Werden Ihre Daten für Bestellungen oder Verträge missbraucht, informieren Sie auch die betroffenen Unternehmen.
Phishing melden: Verdächtige Websites können Sie unter antiphishing.ch dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden.
Ein Passwort, das Sie schon seit Jahren verwenden. Ein schneller Klick auf einen Link in einer SMS. Im Alltag denkt man bei solchen Kleinigkeiten selten an Betrug. Dabei lässt sich mit ein paar einfachen Gewohnheiten schon einiges verhindern.
Darauf sollten Sie achten:
Eine unbekannte Zahlung muss nicht gleich Betrug bedeuten. Auch hinter einer verdächtigen Nachricht steckt nicht zwangsläufig ein Datenmissbrauch. Trotzdem sollten Sie solche Auffälligkeiten ernst nehmen und deren Ursache klären.
Unterschiedliche Passwörter, ein bewusster Umgang mit persönlichen Daten und die regelmässige Kontrolle Ihrer Zahlungen können viel Ärger ersparen. Fangen Sie am besten gleich damit an: Öffnen Sie heute noch Ihre Karten-App und gehen Sie die letzten Zahlungen durch. Vielleicht entdecken Sie etwas, das Sie bisher übersehen haben.