Goldene Lärchen am Bergsee, rauschende Wasserfälle und Fachwerkdörfer zwischen herbstlichen Reben: In der Schweiz und ihren Nachbarregionen zeigt sich der Herbst in vielen Facetten. Diese zehn besonderen Herbstausflüge führen von den Alpen bis ins Elsass – zu Orten, an denen sich Natur, Kultur und kleine Genussmomente zu einem abwechslungsreichen Tag oder einem entspannten Wochenende verbinden.
Inhalt:
1. Sils im Engadin: Wenn goldene Lärchen den Silsersee umrahmen
2. Giessbachfälle: Herbstspaziergänge zwischen Wasserfällen und See
3. Blausee: Ein märchenhafter Herbsttag am türkisblauen Waldsee
4. Romainmôtier: Ein Herbsttag zwischen Klostermauern und bunten Wäldern
5. Lavaux: Goldene Herbstmomente zwischen Weinbergen & Winzerdörfern
6. Malcantone: Auf dem Kastanienweg durch das herbstliche Tessin
7. Orta San Giulio: Ein Herbsttag zwischen verwinkelten Gassen und Seeufer
8. Creux du Van: Zwischen goldenen Wäldern und steilen Felswänden
9. Wutachschlucht: Auf wilden Pfaden durch den herbstlichen Schwarzwald
10. Kaysersberg: Herbstbummel zwischen Fachwerk und goldenen Reben
Foto: Goldene Lärchen rahmen den Blick auf blaugrünes Wasser und markante Gipfel – eine Herbstkulisse zum Verweilen.
Goldene Lärchen, tiefblaues Wasser und die markanten Gipfel des Engadins: Der Silsersee bietet die perfekte Kulisse für einen entspannten Herbsttag. Besonders schön ist ein Spaziergang auf der Halbinsel Chastè. Zwischen den Lärchen blitzt immer wieder der See hervor, bis sich am Ufer der Blick weit in Richtung Maloja öffnet. Hier lohnt es sich, einen Moment sitzen zu bleiben, die klare Bergluft einzuatmen und einfach aufs Wasser zu schauen.
Der Spaziergang von Sils auf die Halbinsel und zurück ist rund 4,4 Kilometer lang und weist nur geringe Höhenunterschiede auf. An ihrer Spitze erinnert ein Gedenkstein an Friedrich Nietzsche, der diesen Ort besonders liebte. Wer daraus ein Herbstwochenende machen möchte, kann im Hotel Waldhaus Sils übernachten. Das historische Grandhotel thront auf einer bewaldeten Anhöhe über dem Dorf; nach dem Spaziergang laden seine traditionsreichen Räume und der Spa zum Verweilen ein. Die Herbstsaison 2026 endet am 25. Oktober.
Foto: Zwischen goldgelben und rostfarbenen Blättern rauscht der Giessbach dem Brienzersee entgegen.
Bei Brienz im Berner Oberland treffen die Giessbachfälle auf die leuchtenden Farben des Herbstwaldes und machen diesen Spaziergang zu einem eindrucksvollen Naturerlebnis. Auf den Brücken kommen Sie dem Wasser ganz nah. Bleiben Sie einen Moment stehen und schauen Sie zu, wie das Wasser Stufe für Stufe über die Felskanten fällt und in schäumenden Kaskaden weiterfliesst. Trotz seiner Kraft hat dieses gleichmässige Fliessen etwas beinahe Meditatives. Besonders eindrücklich ist der Wegabschnitt hinter einem der Wasserfälle. Hier fällt das Wasser wie ein rauschender Vorhang direkt vor Ihnen in die Tiefe – ein magischer Moment mitten im Naturschauspiel.
Ein stimmungsvoller Ausgangspunkt für den Ausflug ist das Grandhotel Giessbach, das hoch über dem Brienzersee thront und einen eindrucksvollen Blick auf die Wasserfälle bietet. Historische Möbel, eine Bibliothek und die eleganten Säle bewahren den Charme der Belle Époque. Im Parkrestaurant «Les Cascades» geniessen Sie französisch und schweizerisch inspirierte Gerichte mit Blick auf die Wasserfälle. Wer hier übernachtet, kann sich für Wald, Wasser und die besondere Atmosphäre des Hauses ein ganzes Herbstwochenende Zeit nehmen.
Foto: Mitten im Wald, nahe Kandersteg im Berner Oberland, liegt der Blausee wie ein kleines, leuchtendes Juwel.
Mitten im Wald, nahe Kandersteg im Berner Oberland, liegt der Blausee wie ein kleines, leuchtendes Juwel. Im Herbst rahmen goldgelbe und rostrote Blätter sein türkisblaues Wasser ein. An windstillen Tagen spiegeln sich die Bäume im See. Das Wasser ist so klar, dass man unter der Oberfläche versunkene Baumstämme und Felsen entdecken kann – ein Anblick, der dem See etwas Märchenhaftes verleiht.
Im Naturpark, direkt am See, liegt das Hotel & Spa Blausee. Das historische Haus mit individuell eingerichteten Zimmern, Spa und gemütlicher Cheminée-Lounge bietet einen schönen Rahmen für ein Herbstwochenende. Auch eine Einkehr im Restaurant lohnt sich: Die gehobene Küche setzt auf hochwertige regionale Zutaten und serviert Bio-Forellen aus der eigenen Zucht ebenso wie raffinierte vegetarische Gerichte.
Foto: Zwischen alten Häusern und kleinen Gassen wirkt Romainmôtier wie ein guter Ausgangspunkt für einen Tag mit Kultur und Natur.
Die romanische Abteikirche bildet das Herz von Romainmôtier. Zwischen alten Häusern und kleinen Gassen wirkt der Ort am Fuss des Waadtländer Juras wie ein guter Ausgangspunkt für einen Tag mit Kultur und Natur. Beginnen Sie mit einem Rundgang durch das Dorf und nehmen Sie sich Zeit für die Kirche, bevor es hinaus ins Nozontal geht.
Der «Sentier du patrimoine» verbindet historische Spuren mit Wäldern, Felsen und Wasserläufen. Zu seinen Höhepunkten gehört die Cascade du Dard, wo der Nozon über eine Felsstufe fällt. Die vollständige Route umfasst rund 13 Kilometer; dafür sollten Sie einen halben Tag zuzüglich Besichtigungs- und Pausenzeit einplanen. Für einen kürzeren Besuch bietet sich ein ausgewählter Abschnitt an. Zurück im Dorf lohnt sich eine Pause im Café du Prieur: Im historischen Gebäude werden regionale Gerichte und hausgemachte Tartes serviert – passend für ein Mittagessen oder einen Kaffee nach der Wanderung.
Foto: Im Lavaux im Kanton Waadt leuchten die Rebhänge im Herbst in warmen Gelb- und Goldtönen.
Im Lavaux im Kanton Waadt leuchten die Rebhänge im Herbst in warmen Gelb- und Goldtönen. Über den alten Steinmauern fällt der Blick weit hinaus auf den Genfersee und die Berge am gegenüberliegenden Ufer. Zwischen den Weinbergen liegen kleine Winzerdörfer, deren schmale Gassen zu einem Abstecher einladen. Ein schöner Weg, die Landschaft kennenzulernen, ist die rund 2,8 Kilometer lange «Route des Grands Crus». Der Spazierweg führt mitten durch die Weinberge; Infotafeln erzählen unterwegs Geschichten und Anekdoten aus der Vergangenheit des Lavaux. So wird beim Gehen auch spürbar, wie eng diese Landschaft mit dem Weinbau verbunden ist.
Zum Abschluss lädt die Auberge de Rivaz zu einer genussvollen Pause ein. Die Küche verbindet Produkte aus der Region mit mediterranen Ideen und richtet sich nach der Saison – im Herbst etwa mit Fischgerichten oder Pasta mit Herbstpilzen. Bei mildem Wetter sitzen Sie auf der Terrasse mit Blick auf den See und die Alpen. Wer übernachten möchte, findet im Haus auch stilvolle Hotelzimmer mit Seeblick.
Foto: Rund um die Dörfer des Alto Malcantone gehören die Kastanienselven seit Langem zum Landschaftsbild.
Westlich von Lugano, in den Hügeln des Tessiner Malcantone, laden alte Kastanienhaine zu einem gemütlichen Herbsttag ein. Die Sonne fällt durch die weit ausladenden Baumkronen auf das goldbraune Laub, und am Boden glänzen die ersten Kastanien. Wo das Sammeln erlaubt ist, können Sie ein paar Kastanien mit nach Hause nehmen, um sie dort zu rösten und noch warm zu geniessen.
Auf dem «Sentiero del castagno» ab Arosio wechseln sich Kastanienhaine, Wiesen und kleine Dörfer ab. Unterwegs erzählen Informationstafeln von einer Zeit, in der die Kastanie für viele Tessiner Familien ein unverzichtbares Nahrungsmittel war. Sie wurde geröstet, getrocknet oder zu Mehl verarbeitet – nicht umsonst nannte man den Kastanienbaum auch «Brotbaum». Mit diesem Wissen bekommt der Spaziergang unter den alten Bäumen noch einmal einen besonderen Reiz.
Danach lädt das Grotto Sgambada bei Arosio zu einer gemütlichen Einkehr ein. Mitten in den Kastanienwäldern geniessen Sie hausgemachte Gnocchi und andere Tessiner Spezialitäten in familiärer Atmosphäre. Auch Kastanien kommen hier auf den Tisch – etwa als «Castagne glassate», süsse glasierte Kastanien.
Foto: Vor dem Ufer liegt die Insel San Giulio mit ihren dicht zusammengerückten Häusern.
Im norditalienischen Piemont liegt Orta San Giulio direkt am Ortasee. Ein Bummel durch die verwinkelten Gassen führt vorbei an alten Häusern zur Piazza Motta, die sich zum Wasser hin öffnet. Hier lässt es sich in einem der Cafés bei einem Kaffee gemütlich sitzen und über den See schauen. Besonders schön ist von hier aus der Blick auf die nahe Insel San Giulio mit ihren dicht zusammengerückten Häusern.
Vom Ortskern führt ein Spaziergang hinauf zum Sacro Monte. Dort schlängelt sich der Weg zwischen Bäumen und zwanzig Kapellen hindurch. Ihre Bilder und Figuren erzählen aus dem Leben des heiligen Franziskus; dazwischen öffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf See und Insel. Wer mag, ergänzt später eine Bootsfahrt nach San Giulio – passend zum saisonalen Fahrplan. Für ein ganzes Wochenende bietet sich La Darbia oberhalb des Sees an. Die Suiten verteilen sich in einer grünen Anlage mit Blick aufs Wasser. Im hauseigenen Restaurant können Sie den Tag bei regional geprägter Küche ausklingen lassen, die sich an den Produkten der Umgebung orientiert.
Foto: Am Creux du Van im Schweizer Jura ziehen sich mächtige Felswände in einem weiten Halbkreis um den bewaldeten Talkessel.
Am Creux du Van im Schweizer Jura ziehen sich mächtige Felswände in einem weiten Halbkreis um den bewaldeten Talkessel. Im Herbst leuchten zwischen den dunklen Nadelbäumen goldgelbe und kupferfarbene Baumkronen. Wenn die tief stehende Sonne über die Felsen streicht, wirkt die ganze Arena wie in warmes Licht getaucht. Hier möchte man einfach eine Weile bleiben und den Blick über die Wälder und die weite Juralandschaft schweifen lassen.
Für einen kürzeren Ausflug lässt sich die Felsenarena bei geeigneten Strassenverhältnissen vom Parkplatz Le Soliat in wenigen Gehminuten erreichen. Wer länger wandern möchte, kann die rund 14 Kilometer lange, anspruchsvolle Runde ab Noiraigue wählen. An den ungesicherten Felskanten ist in jedem Fall Abstand wichtig.
Wer aus dem Ausflug ein Herbstwochenende machen möchte, kann im Hôtel de la Truite in Champ-du-Moulin übernachten. Das kleine Haus liegt an der Areuse und bietet gemütliche, holzverkleidete Zimmer, einige davon mit Blick auf den Fluss. Auch eine Einkehr lohnt sich: Im Restaurant gehören frische Forellen aus dem eigenen Fischteich zu den Spezialitäten.
Foto: In der Wutachschlucht ist das Wasser ein ständiger Begleiter. Mal rauscht es dicht neben dem Weg, mal liegt der Fluss ein Stück tiefer zwischen Felsen und Bäumen.
Im südlichen Schwarzwald in Deutschland liegt die Wutachschlucht. Hier ist das Wasser ein ständiger Begleiter: Mal rauscht es dicht neben dem Weg, mal liegt der Fluss tiefer zwischen Felsen und Bäumen. Schmale Pfade und Brücken führen durch das Tal, während herbstliches Licht durch die Blätter fällt.
Die rund 12,5 Kilometer lange Wanderung von der Wutachmühle zur Schattenmühle dauert etwa vier Stunden. Unterwegs sprudelt am Wutachaustritt zuvor versickertes Wasser wieder aus dem Fels in den Fluss. Bei Bad Boll erinnert eine erhaltene Kapelle an den früheren Kurort – einst spazierten hier Kurgäste durch gepflegte Parkanlagen.
Zum Abschluss lädt das Gasthaus Schattenmühle direkt an der Wutach zu einer gemütlichen Einkehr mit regionalen Spezialitäten ein. Auch eine Übernachtung in einfachen Zimmern ist möglich.
Die schmalen, bei Nässe rutschigen Wege erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Prüfen Sie vorab aktuelle Wegmeldungen und die Rückfahrtmöglichkeiten, da Start und Ziel auseinanderliegen.
Foto: Ein Bummel durch Kaysersberg führt vorbei an bunten Fachwerkhäusern und durch gepflasterte Gassen.
Im französischen Elsass, nahe Colmar, liegt Kaysersberg idyllisch zwischen Weinbergen, deren Laub im Herbst in warmen Goldtönen leuchtet. Beim Schlendern durch die gepflasterten Gassen können Sie sich zwischen den bunten Fachwerkhäusern einfach treiben lassen. Immer wieder laden fotogene Ecken zum Stehenbleiben ein, auch rund um die Brücke über die Weiss. Über den Dächern von Kaysersberg erhebt sich die Burgruine – ein schönes Ziel, wenn Sie Ihren Bummel durch den Ort mit einem Spaziergang durch die Weinberge verbinden möchten. Oben angekommen, schauen Sie über die Dächer und herbstlichen Rebhänge bis weit in die elsässische Ebene.
Zurück im Ort lädt die Winstub du Chambard dazu ein, den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. In der rustikalen Gaststube werden elsässische Klassiker wie Choucroute und Zwiebelkuchen serviert. Dazu passt ein Glas elsässischer Riesling, frisch und fein aromatisch.
Fazit: Manchmal braucht es für eine schöne Auszeit nur einen freien Tag, ein Paar bequeme Schuhe und ein Ziel, auf das man sich freut. Ob am Silsersee, unter Tessiner Kastanienbäumen oder in den Gassen von Kaysersberg: Diese zehn Herbstausflüge laden dazu ein, die Schweiz und ihre Nachbarregionen in Ruhe zu entdecken. Nehmen Sie sich unterwegs Zeit für einen Kaffee, einen Blick übers Wasser oder eine Pause in der Sonne – oft bleiben gerade diese kleinen Momente in Erinnerung.